Close

Iliou melathron

Blog von Christian Gries / ISSN 2197-7747

Relaunch beim Haus der Kunst

Relaunch beim Haus der Kunst

Relaunch der Website des Haus der Kunst in Münchenauf der Basis des CMS CRAFT.
Relaunch der Website des Haus der Kunst in Münchenauf der Basis des CMS CRAFT.

Die Website des Haus der Kunst in München wurde zum 18. Dezember 2017 neu gelauncht. Es ist tatsächlich das vierte Mal (seit 1999), dass ich diesen Prozess begleiten durfte.
Der Relaunch wurde, wie auch schon der letzte im Jahr 2012, von der belgischen Firma base design verantwortet, die beim Amtsantritt von Okwui Enwezor das Corporate Design des Hauses entworfen hat und auch für andere Kultureinrichtungen (wie das Musée Yves Saint-Laurent, die Fondation Louis Vuitton oder die Gagosian Gallery) tätig ist.

Eine Website für ein Ausstellungshaus
Das Haus der Kunst ist ein Ausstellungshaus und kein klassisches Museum. Es verfügt über keine eigene (Kunst-)Sammlung und hat in der digitalen Strategie, damit auch in der Konzeption der Website, entsprechende Akzente zu setzen. Der Fokus liegt in den temporären Ausstellungen, den flankierenden Veranstaltungen und, ein Special an diesem Ort, dem Blick auf die eigene Geschichte. Letztere wird seit Jahren im historischen Archiv entwickelt, das zunehmend auch digitale Akzente setzt.
Als international anerkanntes Haus bemüht sich das Haus der Kunst auch im digitalen Raum um Sichtbarkeit und Reichweite. Es ist in den relevanten Plattformen der sozialen Medien gut aufgestellt (Facebook, Instagram, YouTube und Twitter), arbeitet seit Jahren mit digitalen Veranstaltungsformaten und zählt in Deutschland zu den Pionieren des Livestream im kulturellen Kontext.

Das CMS der Website – CRAFT
Die technische Umsetzung der neuen Website erfolgte auf der Grundlage des, ursprünglich von der Fa. Pixel & Tonic entwickelten, Content-Management-System CRAFT. Das CMS löst das viele Jahre lang genutzte Typo3 ab, ist besonders gut geeignet für inhaltsreiche Websites (kommt z.B. auch bei NETFLIX zum Einsatz) und folgt der Direktive „Content first“. Einer der unmittelbaren Vorzüge des performanten Systems: die über CRAFT gesteuerten Webseiten sind schlank, schnell und maximal responsive (ein schöner Vergleich mit WordPress nachzulesen bei Megan Zlock). Beim Haus der Kunst kam zudem ein HTTP/2 Protokoll zum Einsatz, was die Seite nochmals beschleunigte, – und sie damit genauso seo- wie nutzerfreundlich machte.

Stretch your view
Der in der Website verbaute Content reicht derzeit bis ins Jahr 2011 zurück und wird, in weiteren Schritten, das Gesamtvolumen der vorhergehenden Website mit Informationen bis ins Jahr 1947 aufnehmen. Das schon bei der letzten Website realisierte Grundprinzip des „Stretch your view“ ist erhalten geblieben und stellt nahezu jeder Information aus dem reichhaltigen Programm des Hauses auch weitere flankierende Inhalte zur Verfügung. Im Unterschied zur früheren Website, die mit jedem Klick eine Vielzahl von „related news“ an die Oberfläche brachte, ist die Auswahl aber nun verschlankt und übersichtlicher geworden.
Auch die sozialen Medien sind deutlicher und nutzerorientierter integriert. Anstelle einer einfachen Verlinkung auf die eigenen Kanäle werden die jeweiligen ausstellungsbezogenen Hashtags deutlich kommuniziert und eine Auswahl der jüngsten Postings auf der Website eingebunden. Das „Stretch your view“ ist damit auch auf den Blick des Betrachters ausgedehnt und bildet ein visuelles, fotografisches Meinungsbild des Publikums mit ab.

Postings über den kommunizierten Hashtag zur Ausstellung werden auch auf der Website eingebunden
Postings über den kommunizierten Hashtag zur Ausstellung werden auch auf der Website eingebunden

Inhaltsbereiche der Website und die Möglichkeiten des „Entdeckens“
Neben den üblichen Basisinformationen zu „Ausstellungen“ und „Veranstaltungen“ bietet ein „Kalender“ eine chronologische Sortierung der Angebote des Hauses. Der Seitenbereich „Ihr Besuch“ fasst die wichtigsten Informationen für einen Aufenthalt im Haus zusammen.
Eine Neuerung ist der Seitenbereich „Entdecken“, der in den nächsten Monaten weiter aufgebaut werden wird. Hier werden sowohl die Besucher bedient, die eine gezielte Information suchen, als auch die User, die die Website ohne konkrete Orientierung durchstöbern. So kann sich der User in der Unterseite „Stretch your view“ durch Bildergalerien, Ausstellungsfilme, Arbeitsblätter oder Ausstellungskataloge bewegen, oder gezielt nach „Medien„, „Künstlern„, „Editionen„, „Begleitheften„, „Katalogen„, „Lernressourcen“ oder „Essays“ recherchieren. In der Rubrik steckt noch viel Potential, das zum Launch der neuen Website sicher erst ansatzweise deutlich wird. Es bleibt eine wichtige Aufgabe der nächsten Zeit dieses Potential weiter zu entwickeln und zu entfalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

11 + 1 =

Close