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Iliou melathron

Blog von Christian Gries / ISSN 2197-7747

"Rezensieren – Kommentieren – Bloggen": Die Zukunft der Kommunikation in den Geisteswissenschaften

"Rezensieren – Kommentieren – Bloggen": Die Zukunft der Kommunikation in den Geisteswissenschaften

Wissenschaftskommunikation ist eine Existenzfrage für die Wissenschaft, wenn sie mittel- und langfristig in dieser Gesellschaft erfolgreich arbeiten will“ hat Reiner Korbmann kürzlich auf seinem Blog „Wissenschaft kommuniziert“ geschrieben. Tatsächlich steht die Wissenschaftskommunikation in Deutschland, zumal in den Geisteswissenschaften, bestenfalls am Anfang. Und doch stehen gerade Historiker stehen im deutschsprachigen Raum seit Jahren in manchen Bereichen sogar an vorderster Front, was die Entwicklung netzbasierter Kommunikations- und Publikationsstrukturen betrifft. Eine Tagung in München gibt Gelegenheit diese kennenzulernen und sich mit Entwicklungstendenzen und Erfolgsmodellen auseinander zu setzen.

Marc Scheloske - Wissenschaft 2.0
Marc Scheloske – Wissenschaft 2.0

Dass sich das wissenschaftliche Publizieren im Bereich der Geisteswissenschaften in einem tiefgreifenden Wandel befindet, steht außer Frage. Verlage erproben Monographien im Open Access, Zeitschriften erscheinen online oder hybrid und nutzen dabei eine neue Vielzahl unterschiedlicher Peer-Review-Verfahren. Ändern sich die wissenschaftlichen Publikationsmodi, ändern sich auch die Instrumente, mit denen sie durch die Fachöffentlichkeit bewertet werden. In der Zeit des Umbruchs, die wir gegenwärtig erleben, befindet sich beides, Publikations- und Bewertungsmodus, in der Erprobungsphase.
recensio.net  – Rezensionsplattform für die europäische Geschichtswissenschaft setzt für die Frage nach zeitgemäßen Bewertungsinstrumenten auf die Zusammenführung traditioneller Rezensionen und die Erprobung eines Web 2.0-basierten Verfahrens auf einer gemeinsamen Plattform. Anlässlich seines zweiten Geburtstags richtet deshalb recensio.net eine Konferenz aus, die sich als Plattform des Gedankenaustauschs zu diesem Problemfeld versteht:
„Rezensieren – Kommentieren – Bloggen: Wie kommunizieren Geisteswissenschaftler in der digitalen Zukunft?“, München Nymphenburg, 31. Januar – 01. Februar 2013
Die Tagung wird von einem lesenswerten Blog begleitet, auf dem über den Fortgang der Tagungsplanung, über das Programm und alle organisatorischen Details berichtet wird. Zudem ist dort ein Abstract der Tagung verfügbar.
Peter Haber, Eva Pfanzelter (Hrsg.),  historyblogosphere - Bloggen in den Geschichtswissenschaften, 2013
Peter Haber, Eva Pfanzelter (Hrsg.), historyblogosphere – Bloggen in den Geschichtswissenschaften, 2013

Historyblogosphere
Ein schönes aktuelles Projekt im Kontext neuer Kommunikations- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften ist „historyblogosphere„, das es sich als Initiative von hist.net | Plattform für Digitale GeschichtswissenschaftInstitut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck und Oldenbourg Verlag München zum Ziel genommen hat, Geschichte, Bedeutung, Anwendung und Potential der geschichtswissenschaftlichen Blogosphäre zu dokumentieren und zu reflektieren. Als ein Novum in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft entsteht es in einem offenen Arbeitsprozess, indem es Tools und Prozesse des Netzes einsetzt und eine kooperative Arbeitsweise in den Entstehungsprozess einbezieht. Die geplante Publikation des Projekts wird zur Frankfurter Buchmesse im Oktober 2013 in hybrider Form sowohl digital als auch gedruckt beim Oldenbourg Verlag veröffentlicht. Akuell wird offen zum Open Peer Review aufgerufen. Alle eingereichten Texte stehen bis 10.12. zur Kommentierung bereit. Eingeladen sind alle bloggenden, nicht-bloggenden oder noch-nicht-bloggenden Historiker/innen und sonstwie Interessierte.
 
 

1 comment

  1. Ist der nächste logische Schritt. Nur die Umsetzung stelle ich mir etwas problematisch vor. Soll halt immernoch wissenschaftlich bleiben.

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