Sammeln verbindet – der internationale Museumstag 2014

8. März 2014

museumstag_2014Sammeln verbindet 
Es gibt viele Gründe zu sammeln. Der Mensch tut es seit Urzeiten und mit den verschiedensten Zielstellungen. Die Geschichte der Museen beginnt mit der Sammeltätigkeit der Fürsten, Kirchenmänner, Kaufleute oder Wissenschaftler in der frühen Neuzeit, – den Kuriositäten- und Raritätenkabinetten, den Kunst- und Wunderkammern. Einer der ersten, der sich mit den theoretischen Grundlagen des Sammelns beschäftigte, war der belgische Gelehrte Samuel Quiccheberg (1529 – 1567), der insbesondere auch mit den Münchner Kunstsammlungen verbunden ist und mit seinem “Traktat Inscriptiones vel Tituli Theatri Amplissimi” wesentliche Grundlagen der Museumslehre in Deutschland geschaffen hat.

Im Digitalen haben diese Aspekte des Sammelns nicht erst seit der Wiedereröffnung der Kunstkammer Wien intensivere Reflexion gefunden. Sie finden sich aber auch in der Heilbrunn Timeline of Art History des Metropolitan, auf Informations- und Projektseiten einzelner Sammlungen sowie kommerziell intendierten oder privat recherchierten Angeboten. Und ich bin sicher nicht der Erste, der einen Zusammenhang zwischen dem Internet und den frühen Kunst- und Wunderkammern formulieren wollte. Aber zuweilen ist es doch wieder überraschend, welche Ausprägungen diese Zusammenschau bringen kann. Auf Pinterest bringt die Recherche nach dem Hashtag #Kunstkammer die Anmutung eines Kabinettschrankes, der in seinen Schubladen und Regalfächern beinahe alle Facetten an Naturalia, Artificialia und Mirablia verwahrt. Einem Mnemosyne-Atlas vergleichbar tauchen hier historische bis zeitgenössische Trouvaillen auf: Spielkarten, Tierpräparate, Kleinkunst, Automaten, Kunstwerke und vieles mehr.

Museum collections make connections 
So vielfältig die Beweggründe und unterschiedlich die Sammler, so vielfältig ist auch unsere Museumslandschaft und ihre Sammlungen. Keine Sammlung ist zufällig, jede hat eine Geschichte und ist als Brücke zwischen unserer kulturellen Vergangenheit und der Gegenwart zu verstehen, als Ort der Begegnung und Reflektion. In diesem Jahr hat sich der Internationalen Museumstag diesem Thema gestellt und für den 18.März ausgerufen: “Sammeln verbindet – Museum collections make connections!

Da gerade das Digitale dem Prinzip der “Connections” besonderen Reiz und Wert verleiht,  agiert der Museumstag auch dieses Jahr wieder in den sozialen Medien mit einer besonderen Aktion:

Eine gemeinsame Fotoaktion: “MyCollection”
Wie der bundesweite Tweetup im letzten Jahr wird auch 2014 eine zentrale Aktion durchgeführt, die insbesondere die Museumsmitarbeiter und die -besucher involviert. Die Aktion wird diesmal – auch aufgrund der besonderen internationalen Ausrichtung des diesjährigen Museumstags – bildorientiert und erforscht das Thema „Collection“ bzw. “Sammlung”. So fordert der IMT14 Fotos ein, die sich mit dem Thema “Sammlung” in allen Facetten auseinandersetzen. Denkbar sind Fotos aus der eigenen Sammlung, besondere Museumsobjekte oder ganzer Sammlungen, besonderer Momente im Museum, Motive zur Arbeit hinter den Kulissen oder auch Museumsselfies (also Selbstporträts im Museum). Es soll über die Vielzahl der Fotos eine META-Sammlung inszeniert werden, die die Vielfalt der Museen, aber auch das Interesse und die Leidenschaft der Museumsmitarbeiter und –besucher deutlich macht. Die Fotos (oder Videos) können über eigene Plattformen im Netz (Facebook, Twitter, Pinterest, Instagram, etc.) publiziert (bitte mit dem Hashatg #myCollection14 versehen!) oder auch per Mail eingereicht werden: mitmachen@museumstag.de. Dokumentiert werden alle Arbeiten auf einer digitalen Zusammenschau online unter: http://www.museumstag.de/digital.

Viel Spaß dabei!



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