Wissenschaftlicher Nachwuchs in den Digital Humanities: Ein Manifest

26. August 2013
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Wissenschaftlicher Nachwuchs in den Digital Humanities: Ein Manifest

Anläßlich einer Tagung im Deutschen Historischen Institut in Paris zum Thema “Forschungsbedingungen und Digital Humanities: Welche Perspektiven hat der Nachwuchs?“ wurde ein Manifest ausgearbeitet, das den wichtigsten Herausforderungen und dringendsten institutionellen Erfordernissen gewidmet ist, die diesen Prozess kennzeichnen. Das auf dem Blogportal hypotheses.org publizierte Manifest macht deutlich, dass die “Digital Humanities den Übergang der Geisteswissenschaften ins digitale Zeitalter reflektieren. Sie schaffen nicht nur neue technische Werkzeuge, sondern eröffnen auch neue Wege, Wissen zu generieren und zu verbreiten, und dies sowohl innerhalb der einzelnen akademischen Disziplinen als auch über diese Grenzen hinaus”.

Nachwuchsförderung, Open Access, Open Data, Infrastrukturen, Fortbildungen und Ausbildung
Das Manifest markiert Positionen zur Nachwuchsförderung, Open Access und Open Data sowie Voraussetzungen einer Förderung von spezifischen Fähigkeiten und Infrastrukturen für Forschung und Lehre mit digitalen Mitteln:

  • geeignete und nachhaltige akademische Infrastrukturen wie Repositorien, Publikationsplattformen, Kataloge, soziale Netzwerke und Blogportale
  • ein öffentliches Datenbankprojekt, das nationale und europäische Informationen zu in den DH beantragten Projekten – unabhängig von deren Bewilligung – bereithält, mit dem Ziel, durch größere Transparenz eine bessere Orientierung und Koordinierung zu erreichen.
  • ehrgeizige digitale Trainingsprogramme in den Geisteswissenschaften für alle Generationen und Karrierestufen. Fortgeschrittene Studierende, Junior und Senior Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler benötigen angepasste Schulungen.

Wissenschaftliches Bloggen und Web 2.0
Auch zum Thema des wissenschaftlichen Bloggens und Agierens in den sozialen Medien gibt das Manifest Bewertungen vor: “[tweetable]Wissenschaftliches Bloggen, Aktivitäten in sozialen Medien und Rezensieren in netzbasierten Formaten müssen offiziell anerkannt und gefördert werden[/tweetable]. Forschungseinrichtungen sollten Fachkenntnisse und Trainings anbieten, die der Verbreitung folgender Kompetenzen dienen: Einsatz von sozialen Medien in der Forschung und der öffentlichen Kommunikation, Kodieren, Management von Websites, Erstellung von Datenbanken und multimediales Editieren. Alle beteiligten Akteure müssen zudem über ausreichende Kenntnisse in rechtlichen Fragen verfügen, insbesondere im Bereich des Urheberrechts und der freien Lizenzen”.

Das langsame Tempo und proaktiver Einsatz
In der Veröffentlichung markieren die Verfasser dann auch eine weitere zentrale Problemstellung in der Entwicklung der Digital Humanities und appellieren an die Mitarbeit aller Beteiligten: “Akteure und Beobachter beklagen oft das langsame Tempo, in dem sich Infrastrukturen entwickeln. Während sich eine neue Wissenschaftskultur etabliert, in der digitale Instrumente und Methoden vollständig anerkannt sein werden, müssen alle Beteiligten proaktiv tätig werden, um akademische Strukturen an die neuen Forschungspraktiken anzupassen. Diese Aufgabe stellt sich ganz konkret für jeden, in jedem akademischen Bereich und jeder akademischen Disziplin. Wir alle können zu diesem gemeinsamen Neuanfang beitragen.”

Link zum Manifest: “Wissenschaftlicher Nachwuchs in den Digital Humanities: Ein Manifest”



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