Digital Humanities Deutschland 2012

6. August 2012

Vom  16. bis 20. Juli 2012 fand an der Universität Hamburg die “Digital Humanities 2012″ statt. Im Rahmen der Unconferenz wurde der Verband “DHD – Digital Humanities Deutschland“ gegründet, der sich als Forum und formelle Interessenvertretung für Forscherinnen und Forscher versteht, die sich im deutschsprachigen Raum in Forschung und Lehre im Arbeitsbereich der Digital Humanities engagieren.
Konferenz und Verband machen deutlich, dass auch die Geisteswissenschaften das “Methodenfeld” langsam in den digitalen Raum erweitern: “Dass Sozialwissenschaftler ohne Datenbanken, Kunsthistoriker ohne Bildarchiv und Hermeneuten ohne Bibliotheken ähnlich verloren dastünden, ist erst mit der Internationalisierung der Forschungslandschaft und dem Aggregatswechsel ins Digitale richtig in den Blick geraten. Die computerisierte Verarbeitung gigantischer Datensätze ermöglicht ganz neue Ansätze. Darum ist für die Digitalisierung gewaltiger Datenmengen, eine Standardisierung und, was bisher vernachlässigt wurde, die Langzeitarchivierung und Qualitätssicherung zu sorgen“.

Was sind die digitalen Geisteswissenschaften?
Auf seiner Homepage beantwortet der Verband DHD – Digital Humanities Deutschland diese Frage und bietet auch eine vom Cologne Center for eHumanities (CCeH) erarbeitete Studiengangsbroschüre mit einem Gesamtüberblick über die an dreizehn Universitäten in Deutschland und den Niederlanden angebotenen Kurse im Gebiet der Digitalen Geisteswissenschaften zum Download an:
“(…) Der Begriff der digitalen Geisteswissenschaften ist eine Übertragung aus den international schon etablierten Bezeichnungen Digital Humanities und eHumanities (enhanced Humanities). Diese decken aber auch spezialisierte Kennzeichnungen aus der deutschen Sprache wie (z.B. historische) Fachinformatik, Computerlinguistik oder Computerphilologie ab. Die Digital Humanities sind deshalb einerseits ein sehr weites Feld. In ihrer konkreten Umsetzung als Fach an einer Hochschule können sie sich andererseits aber auch auf bestimmte Teilbereiche (z.B. die Sprache oder die Geschichte) ausrichten und spezialisieren. (…). Die Digital Humanities können in ihrem Verhältnis zu den schon länger bestehenden Fächern auf unterschiedliche Weise beschrieben werden. Manche sehen in ihnen eine Hilfswissenschaft zu den geisteswissenschaftlichen Fächern, deren Fragestellungen sie aufgreifen. Manche betrachten sie als eine angewandte Informatik, die für einen speziellen Gegenstandsbereich Informatik-Lösungen entwickeln. Wieder andere sehen in ihr eine allumfassende Geisteswissenschaft auf der Ebene der Methoden und digitalen Praktiken. Spätestens damit hätte sie ihren eigenen Gegenstand und ihre eigenen Methoden und würde so zu einem eigenständigen Fach. Auf jeden Fall wirken die digitalen Geisteswissenschaften aber auch wieder zurück in die einzelnen Fächer, in denen digitale Methoden und Praktiken sich immer mehr durchsetzen und die dadurch verändert werden. (…)”


“Digital Diversity: Cultures, Languages and Methods”
Die Hamburger Konferenz beschäftigte sich unter dem Motto “Digital Diversity: Cultures, Languages and Methods” mit dem Stand und der Perspektive der digitalen Geisteswissenschaften. Eine Zusammenstellung von Presseberichten über die Konferenz ist auf der Website verfügbar. Zahlreiche Vorträge können über ein Abstract nachgelesen oder über die vorliegenden Videos angesehen werden (via Lecture2Go). Nun ist auch der “Tagungsband” bei Hamburg University Press erschienen und als Volltext frei über das Web verfügbar.



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