Social Media Guidelines als "Frischzellenkuren" für Kultureinrichtungen

0 14. November 2011 - Allgemein, Museen im Web, Museum 2.0
Watch for wild animals

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Der Einsatz von Blogs und Instrumenten aus dem Kontext von  Web 2.0 bietet Museen und Kultureinrichtungen zahlreiche Möglichkeiten mit dem eigenen Publikum in Kontakt zu treten. Im Kern sind dabei mindestens drei Hauptaufgaben zu benennen: Motivation zum Besuch, Bindung von Besuchern und Austausch mit Besuchern.

An der dezentralen Kommunikation in den sozialen Medien sind  in der Regel viele Akteure beteiligt.  Umso wichtiger kann es sein, hier “Regeln” für die Nutzung der Kanäle zu definieren. Diese müssen nicht zwangsläufig schriftlich sein und in rechtlich verbrieftem Amtsdeutsch vorliegen. Unter Umständen trägt die eigene Unternehmensphilosophie  bereits den Kern der Richtlinien und bedarf mehr eines Bewußtseins als eines paragraphierten Manifests. Eine solche Erkenntnis steht meines Erachtens aber bereits am (glücklichen) Ende eines Analyse- und Denkprozesses, der durch die eigene Unternehmenskultur führt und strategische, moralische oder rechtliche Aspekte berührt.

Definition von Leitplanken und Handlungsspielraum
Social Media-Guidelines definieren vielfach nicht nur die Leitplanken und den Handlungsspielraum der Mitarbeiter für Web 2.0. Sie dienen auch als Instrument der Kurskontrolle für die Verantwortlichen und schaffen Bewußtsein in alle Richtungen (intern und extern). Die Veröffentlichung der Richtlinien schafft Wahrnehmung und Transparenz: wer sich entschließt, seine Guidelines frei verfügbar zu machen, setzt ein deutliches Signal. Er kann an Glaubwürdigkeit gewinnen, seine Corporate Identity stärken und kommunikative Fachkompetenz in den neuen Medien demonstrieren.

Der Prozess zur Erstellung der Guidelines ist spannend, berührt er doch wesentlich mehr als “nur” die Frage, welche Inhalte zugelassen werden und wer die Zeilen schreiben oder liefern muss/darf/kann.

Web 2.0 als Frischzellenkur der eigenen Onlinestrategie
In den vergangenen Monaten hatten wir eine Vielzahl von Projekten, bei denen die (vorgenommene) Entwicklung von Guidelines einen Klärungsprozess initiierte und in einer ehrlichen Positionsbestimmung der eigenen Onlinestrategie mündete. Tatsächlich entstand durch die Workshops und Diskussionen hindurch (womöglich erstmals) ein breiteres Bewußtsein für die eigenen, zwischenzeitlich wesentlich komplexeren, Onlineaktivitäten und die Frage nach der Verortung, Gewichtung und Bewertung dieser Instrumente im Kontext der eigenen Gesamtstrategie. Im Resultat lagen dann gerne weniger echte Guidelines, als ein klare Sicht auf den eigenen digitalen Zustand und die entsprechenden Zielstellungen vor.
Voraussetzung dieses Prozesses war freilich vielfach, dass die Besetzung dieser Workshops über Marketing und Presse hinausging und bsp. Kuratoren, Dramaturgen oder Direktorium mit ins Boot geholt werden konnten. Während die klassische Website mittlerweile fast kommentarlos in das etablierte Kommunikationsportfolio eingewachsen war, bedeutete der Blick auf Web 2.0 gerne eine Korrektur der eigenen Wahrnehmung des digitalen Raumes. Klar gilt es hier nach wie vor hohe Mauern einzurennen, Mißverständnisse und Vorbehalte aufzuklären oder gegen konservative Weltilder und Wertemuster zu rebellieren. An Reibungsflächen entsteht aber nicht nur Hitze sondern eben auch das lebenserhaltende Feuer und das lebensnotwendige Licht. Und gerade letzteres ermöglichte gerne einen Blick auf die “Anderen”, der dann wiederum den Anlass für die eigene Besinnung gab.

Das Leben der “Anderen”
Hilfstellung bei der Präszisierung der eigenen Onlinestrategie und ggf. der Ausarbeitung eigener Guidlines geben die publizierten Richtlinein anderer Kultureinrichtungen:

Zuweilen sind es aber nicht nur die “Großen”, die mit solchen Instrumenten arbeiten:

Weitere Diskusionen im Kontext:

Der Blick über den Tellerrand bringt weitere Beispiele für Social Media Guidlines:

Rechtliche Aspekte:

2 KOmmentare

  • Sybil Wieners 17. November 2011 - 3:43 Reply

    The power of Social Media today has a huge impact on almost all kinds of business industries as well as in all aspects of our daily living.

  • Hans Klein 20. Januar 2012 - 14:46 Reply

    Und wer gar keine Ideen hat, kann sich hier inspirieren lassen: http://whatthefuckismysocialmediastrategy.com/. Auch schön :-)

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