Der "NMC Horizon Report 2011" (Museum Edition) und die Frage, wer an unseren Museen darüber nachdenkt.

28. November 2011

Das New Media Consortium (NMC) als internationale Gemeinschaft von Experten für “educational technology” und hat in Zusammenarbeit mit dem Marcus Institute for Digital Education in the Arts (MIDEA) den neuen “NMC Horizon Report > 2011 Museum Edition” veröffentlicht. Der Report, der zweite aus der NMC Museum Serie, untersucht neue Technologien nach Ihrem Potential, Einsatz und Einfluß in Bildung und musealem Kontext.

Der Bericht wurde gerade auf der 2011 Museum Computer Network Conference in Atlanta, Georgia vorgestellt. Hintergrund und Entwicklungsgeschichte des Reports kann im flankierenden Wiki nachgelesen werden:

“The NMC Horizon Report > 2011 Museum Edition identifies six emerging technology topics, as well as key trends and critical challenges, through a research process designed and conducted by the NMC with the 2011 Museum Advisory Board. This international body of luminaries in the museum, education, and technology sectors engaged in a discussion based on a set of research questions intended to surface significant trends and challenges and to identify a broad array of potential technologies. This report details the areas in which these experts were in strong agreement.”

In diesem Jahr markieren die folgenden 6 Themen den Schwerpunkt der Untersuchung:

  • Tablet Computing
  • Mobile Apps
  • Augmented Reality
  • Electronic Publishing
  • Digital Preservation
  • Smart Objects

Der Bericht informiert in einem “Overview” jeweils über den Kontext eines Themas, gibt eine Prognose zur vermuteten Etablierung der Technologie  (“Time-to-Adoption Horizon”) und versucht eine Untersuchung zur Relevanz im musealen Betrieb. Hilfreich und interessant sind sicher auch die Anwendungsbeispiele (“in Practice”), die jeweils einige Referenzen verlinken.

“Museums worldwide are using the report as a strategic technology planning tool,” noted NMC CEO, Larry Johnson. “It is our hope that the report itself is the beginning of processes for museums and stimulates dialogs and discussions across the museum sector.”

The NMC Horizon Report > 2011 Museum Edition ist online unter Creative Commons Lizenz hier verfügbar.

Nachgedanke:
Ich frage mich nun, ob an unseren (deutschen) Museen solche strategischen Berichte gelesen und reflektiert werden? Wo sind oder wären strategische Entscheider in der Personal- und Strategiestruktur unsere Kultureinrichtungen zu verorten?
In den ausländischen Einrichtungen finde ich (und nicht nur an “technischen” Museen) etablierte Positionen wie eine(n) “Head of Digital, Social and Emerging Technologies”, “Deputy Director for Research, Technology and Engagement” oder einen “Director of Online Engagement”, – in Deutschland blicken mich da leider in der Regel nur entsetzte Augen aus einer vielfach ohnehin überlasteten Marketingabteilung an. Gerade mal an einer handvoll deutscher Museen kann ich eine(n) Onlinemanager benennen, der dann aber gerne nur auf einer 40-60%-Stelle und mit recht eingeschränktem Wirkungskreis agieren kann.
An deutschen Bibliotheken und Archiven entdecke ich da deutlich mehr Experimentierfreude und strategisches Agieren. Wohl auch deshalb, weil hier Themen wie Open Access oder Digitalisierung geradezu einen Handlungsdruck evozieren, der diese Institutionen vor klar konturierte Herausforderungen stellt. Web 2.0 hat das Berufsbild und Selbstverständnis der Bibliothekare und Archivare verändert. Wann wird es Berufsbilder und Selbstverständnis unserer Museen verändern?



Kommentar hinterlassen

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmst du der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen