Close

Iliou melathron

Blog von Christian Gries / ISSN 2197-7747

Bildersuche in digitalen Massendaten – Innovationsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek und des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts

Bildersuche in digitalen Massendaten – Innovationsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek und des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts

Ein Gemeinschaftsprojekt der Bayerischen Staatsbibliothek und des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts Berlin eröffnet neue Perspektiven für Wissenschaft und Bildung: die ähnlichkeitsbasierte Bildsuche über große digitale Datenbestände.

Bildersuche in digitalen Massendaten
Bildersuche in digitalen Massendaten

In den Handschriften und historischen Drucken der Bayerischen Staatsbibliothek finden sich viele Tausende Bilder, Illuminationen, Holzschnitte, Graphiken, Zeichnungen und Embleme. Schon aufgrund ihrer Menge können diese nicht einzeln katalogisiert werden. Sie bleiben daher für die Forschung auch dann weitgehend „verborgen“, wenn die Werke selbst digitalisiert und zur freien Nutzung im Internet verfügbar sind.
Bildersuche in digitalen Massendaten Hier schafft die neue Bildsuche nun Abhilfe. Auf der Grundlage der Farbverteilung und der Konturen einer Abbildung erfasst die Software die formale Struktur des Bildes und vergleicht es mit ähnlich strukturierten Bildern. Die neue Technologie bietet dem Nutzer so die Möglichkeit, anhand eines von ihm vorgegebenen Bildes aus einem digitalisierten Buch nach visuell ähnlichen Abbildungen innerhalb großer Sammlungen digitaler Werke des Münchener Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek zu suchen. Aktuell umfasst der recherchierbare Bestand rund 73.000 digitalisierte Bücher mit Bildmaterial vom 6. bis 19. Jahrhundert der Bayerischen Staatsbibliothek. Insgesamt handelt es sich um 9,5 Mio. digitalisierte Buchseiten und ca. 4  Mio. bildliche Darstellungen.
Die Software ermöglicht auch die Trennung von Bildern und Text, die sich gemeinsam auf einer Seite befinden. Dies ist eine besondere Herausforderung bei mittelalterlichen Handschriften, die oft keine klare Abgrenzung zwischen Bild und Text kennen, beides vielmehr auf der Seite oft „willkürlich“ angeordnet ist. Weiterhin sind auch die Segmentierung von Teilen einer Abbildung (z.B. ein Wappen oder Rankenelement) und die separate Suche ausschließlich mit dem jeweils gewählten Teilelement möglich. Der Nutzer kann auch eigene Bilder, zu denen er gerade forscht, in die Datenbank hochladen und mit dem Bildbestand der Digitalisate der Bayerischen Staatsbibliothek vergleichen.
Die neue Bildähnlichkeitssuche, die in dieser Form eine Weltneuheit darstellt, kann als beispielhaftes Modell eines nicht-textbasierten Zugangs zum kulturellen Erbe gelten.
Die ähnlichkeitsbasierte Bildsuche erreichen Sie im Internet: http://bildsuche.digitale-sammlungen.de/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

13 − zwölf =

Close